FEEDBACK was studierende sagen …

Bildbesprechung Photo © Manfred Rieger
Joanna Vortmann
Mein Studium bei Christiane Hantzsch war für mich vor allem eine langsame Verschiebung der eigenen Seh- Wahrnehmung. Sie arbeitet mit einer Ruhe und Genauigkeit, die sich nicht auf schnelle Bewertungen oder klare Festlegungen stützt, sondern immer wieder den Fokus auf den Prozess des Sehens selbst richtet.
In den Gesprächen ging es um Fragen: Wie ist das Bild/ das Video entstanden, welche Entscheidungen stecken dahinter und wie zeigen sich Nähe oder Distanz?
Als ich in ihre Klasse kam, hatte ich bereits eine eigene fotografische Praxis entwickelt. Vieles davon war in dem, was ich zeigen konnte, erkennbar, aber die Bedeutung war mir weniger bewusst. Durch die Auseinandersetzung mit ihr hat sich mein Blick verändert. Weg vom fertigen Bild/ Video als Ergebnis, hin zu den Momenten davor, zum Prozess. Dem Zögern, dem Entscheiden, dem Weglassen. Ein stetiges Nachjustieren meiner eigenen Haltung.
Im Studium war es für mich prägend, dass es nicht darum ging, einem bestimmten Stil zu folgen oder Erwartungen zu erfüllen. Stattdessen ging es darum, eine eigene Konsequenz zu entwickeln, auch wenn die Arbeit noch unsicher ist oder sich nicht sofort einordnen lässt. Diese Offenheit war produktiv, hat aber auch immer wieder Fragen aufgeworfen.
Wann trägt ein Bild/ Video und wann braucht es vielleicht noch eine klarere Setzung? Die Reduktion, die Konzentration und die Ruhe in Bildern sind kein formales Prinzip, sondern Ausdruck einer sehr genauen und aufmerksamen Art des Sehens. Dadurch erscheint Fotografie/Video weniger als Abbild der Welt, sondern eher als ein Raum, in dem Wahrnehmung Zeit bekommt.
Rückblickend ist vor allem eines geblieben. Ich habe gelernt, Unsicherheit nicht sofort aufzulösen. Bilder/ Videos dürfen offen bleiben, und sie brauchen auch Entscheidungen, um wirklich zu tragen. In dieser Spannung bewegen sich meine Arbeit bis heute und genau dort hat sich mein Verständnis von
Fotografie/Videoarbeiten am stärksten verändert.

1_Selbstanschauung © Joanna Vortmann

2_Selbstanschauung © Joanna Vortmann

Entrückt / Utopie © Joanna Vortmann

Vorhang / Utopie © Joanna Vortmann
Informationen zum Werk der Künstlerin
Manfred Rieger
Gerne denke ich an die Zeit in Essen zurück! Wir waren eine Gruppe von Fotobegeisterten, die sich auf den Weg in die künstlerische Fotografie machen wollten.
Du hast uns sofort neue Wege aufgezeigt, anders zu denken und zu fotografieren. Ohne Zwang konnte jeder seinen eigenen Stil und seine Ideen einbringen.
Geholfen haben mir deine gestellten Klassenaufgaben die du in ruhiger Gelassenheit, Selbstverständlichkeit erklärt hast. Du hast mich angeregt, fotografische Wege zu begehen, die ich mir vorher nicht zugetraut hatte.
Ich habe neue Seiten von mir kennen gelernt. Zum Beispiel bei dem Thema Selbstporträts und Selbstinszenierungen bleiben deine Worte bis heute haften wie:
was bewegt mich im Moment?
was berührt mich?
was ist wichtig?
wo bin ich?
ganz bei sich sein!
Bilder finden: subjektiv, spielerisch, ernst, keine Regeln!
Nach jedem Kurstag öffneten sich für mich Türen und Freude auf das nächste Treffen, um die Ergebnisse zu zeigen und in der Gruppe zu besprechen.
Kreativität pur!

Ich bin mehrere © Manfred Rieger

Selbstporträt © Manfred Rieger

Selbstporträt © Manfred Rieger
Informationen zum Werk des Künstlers
Angelika Lueb

Douglas / Samenbank © Angelika Lueb

Richard / Samenbank © Angelika Lueb

M_48 / CurryKraut © Angelika Lueb

Degree-Show / CurryKraut © Angelika Lueb
Informationen zum Werk der Künstlerin
Sommer Seminar im August 2026 an der Europäischen Kunstakademie Trier
Inszenierte Fotografie // Eine visuelle Erzählung
Gotthard Ulbrich

Möbiusschleife © Gotthard Ulbrich
„Herzlichen Dank für diese besondere Woche an der Europäischen Kunstakademie – sie hat mich wirklich bewegt und in meiner fotografischen Sprache weitergebracht.
Eine deiner Fragestellungen „Wann wird ein Foto ein Bild?“ ist mir die ganze Woche über nicht mehr aus dem Kopf gegangen und begleitet mich noch immer.
Der Einstieg mit den zwölf Positionen zur inszenierten Fotografie hat einen weiten Raum eröffnet, in dem sich dann jede und jeder seinen eigenen Weg suchen konnte – ob beim Selbstporträt zur eigenen Gefühlslage, in der Annäherung an Gilbert Garcin oder im Stillleben mit gefundenen Objekten der Akademie. Genau diese Offenheit, verbunden mit der Freiheit, auch an einer eigenen Aufgabenstellung dranzubleiben, hat den Prozess so fruchtbar gemacht.
Besonders wertvoll war für mich dein feines Gespür dafür, wo man gerade in der eigenen Arbeit steht – deine Impulse kamen immer genau dann, wenn sie gebraucht wurden, und deine Art, zu mehr Konsequenz in der eigenen Idee zu ermutigen, hat mich wirklich vorangebracht, ohne je etwas übergestülpt zu bekommen. Ich nehme aus dieser Woche nicht nur neue Bilder mit, sondern auch einen veränderten Blick auf das eigene fotografische Erzählen: Mutiger werden, die eigene Idee auch zu übertreiben. Subtiler werden kann man dann immer noch. Es sollte einem egal sein, was die anderen denken.“
Ortrud Sturm

Bananen Fahrt © Ortrud Sturm
„Ein kurzweiliger Kurs, der mir gezeigt hat, dass keine Hightech Kamera erforderlich ist um auch gute und inszenierte Fotos zu erstellen. Zusammen mit der Dozentin erhält man in der Gruppe Anregungen und Inspirationen um seinen eigenen Stil zu entwickeln und eine Fotoaufnahme so zu inszenieren, dass sie Geschichten erzählt.“
Informationen zum Werk der Künstlerin
Rolf Ebert

Ich bin Viele © Rolf Ebert
„ABSOLUTE EMPFEHLUNG!
„Inszenierte Fotografie – Eine visuelle Erzählung“ – das klang für mich zunächst ein wenig sperrig. Ich habe mir dann auf deiner Homepage und im Internet ein paar Zusatzinformationen geholt – und fand das Thema dann doch ziemlich spannend. Und auch herausfordernd, denn fotografisch war ich bisher doch anders unterwegs. Und jetzt – nach 5 Tagen Workshop an der Europäischen Kunstakademie (EKA) Trier – bin ich begeistert.
Christiane, du hast ein durchaus forderndes Konzept, bei dessen Umsetzung du uns Teilnehmer fachkundig und mit sehr viel Feingefühl unterstützt hast. Du hast uns viele Freiräume gelassen, die jeder auf seine ganz persönliche Weise nutzen konnte. So entstanden trotz identischer Aufgabenstellung sehr unterschiedliche tolle Arbeiten. Die Räumlichkeiten der EKA boten dabei eine sehr inspirierende Umgebung.
Insbesondere das Thema „Ich bin viele“ fand ich sehr spannend, zumal ich sonst nur selten Menschen fotografiere. Ich habe das Gefühl, dass ich auf meinem fotografischen Weg wieder einige Schritte weitergekommen bin.
Ich habe mir fest vorgenommen, 2027 wieder nach Trier zu kommen – und hoffe, mein Terminkalender erlaubt es!“
Informationen zum Werk des Künstlers
