FREIE AKADEMIE an der HBK/ESSEN
Sommerakademie Workshop 1
26.7. – 30.7.2027
5 Tage / 10 – 16.45 Uhr
45 UE / 4 – 10 TN
Porträt Fotografie
Wahrnehmung, Begegnung und Darstellung von Identität
Es gibt diese besonderen Augenblicke, in denen uns Menschen auffallen und faszinieren. Intuitiv spricht uns etwas an. Was genau berührt uns an einem Menschen? Und wie lässt sich diese Wahrnehmung in ein fotografisches Bild übersetzen?
Die Teilnehmenden fotografieren Menschen, denen sie im öffentlichen Raum begegnen. Sie treten mit ihnen in Kontakt, bitten um die Erlaubnis, sie zu porträtieren, und entwickeln aus dieser Begegnung eine fotografische Arbeit. Ausgangspunkt ist die eigene intuitive Wahrnehmung: Was hat meine Aufmerksamkeit geweckt? Welche Besonderheit, Stimmung oder Qualität eines Menschen soll im Bild spürbar werden?
Das Porträt ist mehr als die Abbildung eines Gesichts. Es ist eine Begegnung zwischen zwei sich noch unbekannten Menschen – ein Wechselspiel aus Nähe und Distanz, Wahrnehmung und Interpretation, Fremdheit und Interesse. In diesem Seminar untersuchen wir, wie fotografische Bilder Identität darstellen, erzeugen oder hinterfragen können. Was wird sichtbar und was bleibt verborgen? Dabei geht es nicht um die Suche nach einem vermeintlich „wahren“ Bild eines Menschen, sondern um die Auseinandersetzung mit dem eigenen fotografischen Blick.
Es begegnen uns zentrale Fragen: Welche Menschen berühren mich so sehr, dass ich sie porträtieren möchte? Wie entsteht eine vertrauensvolle Begegnung, in der sich ein Mensch jenseits von Pose und Erwartung von mir fotografieren lässt? Was kann und möchte ich sichtbar machen? Welche Rolle spielen Mimik, Gestik, Körperhaltung, Umfeld und Licht für die Gestaltung eines Porträts?
Durch praktische Aufgaben und gemeinsame Bildbesprechungen reflektieren die Teilnehmenden ihre Wahrnehmung, Arbeitsweise und ihre Position als Fotografierende. Die entstandenen Bilder werden hinsichtlich ihrer Wirkung, Gestaltung und Intention gemeinsam diskutiert.
Ein Einführungsvortrag stellt historische und zeitgenössische Positionen der Porträtfotografie vor und gibt Einblicke in unterschiedliche künstlerische Strategien des Porträtierens.
Als Ergebnis des Seminars entstehen Fotografien – Einzelbilder, Serien oder Collagen, die eine persönliche Auseinandersetzung mit der Darstellung von Menschen sichtbar machen.
Bitte folgendes mitbringen
Eine digitale Kamera (mit der Option, die Blende und Zeit selbst einstellen zu können) deren Dateimaterial täglich im Labor oder am eigenen Drucker ausgedruckt werden kann. Notizblock und Stift.
Die Teilnehmenden tragen ihre entstehenden Laborkosten selbst.
Weitere Informationen: AKADEMIE – HBK/ESSEN
Anmeldung: akademie@hbk-essen.de
FREIE AKADEMIE an der HBK/ESSEN
Sommerakademie Workshop 2
2.8. – 6.8.2027
5 Tage / 10 – 16.45 Uhr
45 UE / 4 – 10 TN
Stadt als Bühne
Künstlerische Fotografie zwischen Beobachtung, Intervention und Begegnung
Die Stadt ist mehr als eine Einkaufsmöglichkeit. Sie ist ein Lebensraum. Für Menschen, Pflanzen und Tiere – geplant als Architektur mit urbaner Struktur. Hier entstehen Bewegungen, Begegnungen, Routinen und auch Widersprüche. Bewußt gestaltete und sich selbst überlassene Räume liegen oft dicht beieinander. Menschen können hier glücklich sein oder unglücklich. Sie kommen und gehen. Die Bedeutung von Plätzen ändert sich im Laufe des Tages … und über die Jahre. Öffentlicher Raum ist ein Ort, an dem gesellschaftliche Wirklichkeiten sichtbar werden.
Ausgehend von der St. Gertrudiskirche/TRUDI, dem Campus der HBK, untersucht dieser Workshop die Essener Innenstadt als fotografisches Experimentierfeld. Es geht nicht um die dokumentarische Beschreibung eines Ortes, sondern um die Entwicklung einer eigenen künstlerischen Haltung.
Wie verändert sich unser Blick, wenn wir länger an einem Ort bleiben? Welche Geschichten erzählen uns scheinbar beiläufige Situationen? Wann beginnt aus einer Beobachtung eine Inszenierung zu werden? Wie positionieren wir uns in diesem Spannungsfeld?
Während der fünf Seminartage entstehen individuelle fotografische Projekte, die den Stadtraum aus unterschiedlichen Perspektiven befragen. Ziel ist nicht das perfekte Einzelbild, sondern die Sensibilisierung für eine eigene Arbeitsweise, sei sie beobachtend, recherchierend oder intervenierend.
Gemeinsame Bildbesprechungen und die Auseinandersetzung mit Positionen der zeitgenössischen Fotografie begleiten den praktischen Arbeitsprozess.
Der Workshop richtet sich sowohl an Teilnehmende mit fotografischer Erfahrung als auch an Menschen, die erste Schritte im Bereich der künstlerischen Fotografie machen möchten. Gefragt sind Offenheit, Neugier und die Bereitschaft zum Experiment.
Bitte folgendes mitbringen
Eine digitale Kamera deren Dateimaterial täglich im Labor oder am eigenen Drucker ausgedruckt werden kann. Stativ, Fernauslöser und andere Materialien passend zur eigenen Idee. Notizblock und Stift.
Die Teilnehmenden tragen ihre entstehenden Laborkosten selbst.
Weitere Informationen: AKADEMIE – HBK/ESSEN
Anmeldung: akademie@hbk-essen.de
